Höhlenforschergruppe Rhein-Main e.V.

Die Höhlenforschergruppe Rhein-Main (Hfg Rhein-Main) wurde 1979 gegründet. Gründungsmitglieder waren 6 Höhlenforscher aus dem Raum Frankfurt-Offenbach-Mainz. Von Anfang an waren alle Aktivitäten der Hfg Rhein-Main nicht nur auf die beitragszahlenden Vereinsmitglieder beschränkt. Es wurde immer großer Wert auf die Zusammenarbeit mit befreundeten Höhlenforschern und Höhlenforschungsvereinen gelegt.

Heute hat die Hfg Rhein-Main mehr als 20 Mitglieder, darunter mehrere Fachwissenschaftler (für Biologie, Archäologie, Geologie, Geographie). Auch die anderen Mitglieder bringen ihr Fachwissen in den verschiedenen Teilbereichen der Höhlenkunde ein.

Einen Schwerpunkt der höhlenkundlichen Aktivitäten bilden die Forschungen im Gebiet des Höhlenkatasters Hessen. Seit dem Bestehen der Hfg Rhein-Main wurden hier rund 250 Höhlen an das Kataster gemeldet. An der Entdeckung und Erforschung dieser Höhlen waren oft auch Mitglieder anderer Höhlenvereine beteiligt. Ungefähr 125 Höhlen in Hessen wurden von der Hfg Rhein-Main vermessen, darunter mit der Höhle "Schlucht", der "Teufelshöhle" und der "Erdbachhöhle in Breitscheid" drei der längsten Höhlen im Kataster. Ein aktuelles größeres Forschungs- und Vermessungsprojekt ist zur Zeit die Erdbachhöhle in Erbach (Odenwald).

Mitglieder der Hfg Rhein-Main stellten die Redaktion für den Band "Karst- und Höhle 1984/85 - Beiträge zur Karst- und Höhlenkunde in Hessen" und arbeiteten maßgeblich an diesem Standardwerk zur Höhlenkunde in Hessen mit.

Einen großen zeitlichen Raum der Aktivitäten nimmt der Natur- und Höhlenschutz ein. So wurde in Zusammenarbeit mit anderen hessischen Höhlenvereinen z.B. erreicht, daß das Naturdenkmal "Doline Rockensüß" nicht mit Bauschutt verfüllt wurde, die Zerstörung eines Eingangs zur Erdbachhöhle in Erbach wurde verhindert, das Naturschutzgebiet "Erdbacher Höhlen" konnte durch die Mithilfe der Hfg Rhein-Main erweitert werden, die Außenanlagen des Naturdenkmals Erdbachhöhle in Erbach konnten im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde in Stand gesetzt werden usw. Nicht verhindert werden konnte trotz großem zeitlichen und finanziellen Aufwand, die Zerstörung der Basalthöhle bei Ortenberg, der größten Basalthöhle des Europäischen Festlandes.

Neben den Höhlenforschungsaktivitäten in Hessen ist die Hfg Rhein-Main in der Fränkischen Alb aktiv. Hier konnten z.B. in der Moggaster Höhle mehr als 1.500 m an neuen Gängen entdeckt werden. Somit ist die Moggaster Höhle heute eine der längsten Höhlen der Frankenalb. Im Sommer 2000 erschien im Rahmen der vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher herausgegebenen Schriftenreihe "Karst und Höhle" eine von der Hfg Rhein-Main erstellte Monographie über die fast 2.000 m lange Moggaster Höhle.

Seit 1986 sind die Mitglieder der Hfg Rhein-Main für eine Woche im Jahr auf dem Leutascher Platt im Wettersteingebirge unterwegs. Hier wurden bisher über 80 Höhlen entdeckt und erforscht, darunter mit dem Doppeleisschacht (-180 m) die tiefste Höhle im Wettersteingebirge und mit dem "Fünf-Hengste-System" auch die längste Höhle im Wetterstein.

Das zweite alpine Forschungsgebiet der Hfg Rhein-Main befindet sich auf der "Wildalm" im Steinernen Meer (Salzburger Kalkalpen). Hier fand von 1993 - 1999 einmal im Jahr eine Forschungswoche statt. Der zentrale Bereich dieses Gebietes wurde komplett abgesucht. Die längste der dort entdeckten Höhlen ist der "Schweizer Käse" mit rund 500 m Länge. Im Jahr 2000 wurde die weitere Erforschung der Höhlen auf der Wildalm zunächst einmal unterbrochen.

Als neues alpines Projekt wurde - in Zusammenarbeit mit der SGH Bern - die Erforschung der Höhlen oberhalb der "Zone profonde" des Sieben Hengste Systems (Berner Oberland, Schweiz) begonnen. Ziel ist es, einen Durchbruch von der Oberfläche her in das weit über 100 km lange System der Sieben Hengste zu schaffen, um die weitere Erforschung des Ganglabyrinthes der "Zone profonde" fortsetzen zu können.

Seit 1979 erscheint einmal im Jahr der "Jahresbericht der Höhlenforschergruppe Rhein-Main" in dem von Höhlenforschern verschiedener Vereine die unterschiedlichsten Beiträge zur Karst und Höhlenforschung veröffentlicht werden.

Auch im "offiziellen" deutschen Höhlenvereinsgeschehen sind Mitglieder der Hfg Rhein-Main engagiert. Die Hfg stellt oder stellte z.B. den Schriftleiter, den Stellvertretenden Vorsitzenden, den Stellvertretenden Geschäftsführer, den Referenten für Höhlenrettung und die Kassenprüferin des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V., den Vorsitzenden des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V. und den Katasterführer des Höhlenkatasters Hessen.

Mitglieder der Hfg arbeiten in den Arbeitskreisen Katasterwesen, Höhlenrettung und Höhlenschutz des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher mit und organisierten z.B. Jahrestreffen der deutschen Höhlenfotografen, verschiedene Treffen der hessischen Höhlenforscher, die Gründungsversammlung des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung Hessen und Treffen der Arbeitskreise Katasterwesen, Höhlenschutz und Höhlenrettung des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher.

Die gute Zusammenarbeit mit den Höhlenforschern der anderen hessischen Höhlenvereine führte in den letzten Jahren dazu, daß viele Projekte nicht mehr nur als "vereinseigene" Forschungen sondern als Gemeinschaftsprojekte durchgeführt wurden.

Kontaktadresse:

Höhlenforschergruppe Rhein-Main e.V.
Gerhard Stein, Froschmarkt 9, D-55129 Mainz

( 0 61 31 / 58 18 41 (priv.)

e-mail: gerhard.stein@hoehlenkataster-hessen.de


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